Herzlich willkommen!

Hier erhalten Sie Tipps, Tricks, Workshops und Informationen rund um Linux, dem freien und erfolgreichen Betriebssystem. Außerdem können Sie chatten und sich kleinere Skripte und Programme herunterladen. Nachfolgend finden Sie zudem verschiedene Neuigkeiten aus dem Linux- und Open-Source-Bereich.

Software-Versionen
  stable develop
Kernel 3.15 3.16-rc5
GNOME 3.8.2 3.9.92
KDE 4.13.3 4.13.90
X.Org 7.7 7.8
LibreOffice 4.2.5 4.3.0
Calligra 2.3.3 2.3.3
GIMP 2.8.10 2.7.5
Wine 1.6.2 1.7.22
Samba 4.1.9 4.1.0rc4
Apache 2.4.10 2.3.16

Linux-/Unix-Kalender
 KW  Mo Di Mi Do Fr Sa So
27    1  2  3  4  5  6
28  7  8  9 10 11 12 13
29 14 15 16 17 18 19 20
30 21 22 23 24 25 26 27
31 28 29 30 31      

News-Archiv
Im News-Archiv finden Sie ältere Nachrichten und Einträge, die sich einmal als News direkt hier auf der Homepage befunden haben. Dieses Archiv können Sie verwenden, falls Sie etwas verpasst haben oder etwas bestimmtes suchen.

24. Juli 2014: Heute habe ich mich ernsthaft gefragt, ob das "E" in RHEV wirklich für "Enterprise" oder doch eher für "Entryprice" steht. Generell ist Red Hat Enterprise Virtualization die Antwort von Red Hat auf VMware ESX. Technisch betrachtet basiert RHEV auf RHEL und KVM, die Management-Oberfläche ist mit JBoss gelöst. Letztere läuft zusammen mit der eigentlichen Verwaltungsfunktionalität in einer eigenen Management-VM, RHEV-M genannt. Diese virtuelle Maschine kann seit RHEV 3.4 auch innerhalb von RHEV als sogenannte "Self-Hosted Engine" betrieben werden. Allerdings ist dafür derzeit NFS zwingend erforderlich; dieses wird aber von SANs üblicherweise nicht bereitgestellt. Zusätzlich kann für die "Self-Hosted Engine" nicht einfach das üblicherweise beworbene RHEV-H verwendet werden, sondern es wird RHEL benötigt und RHEV-H muss ähnlich einem "Add-On" nachinstalliert werden. Und das wiederum hebt den Preis je Hypervisor. Die Hochverfügbarkeit von RHEV-M wird nur durch die Virtualisierung gelöst, d.h. ist kein Active-/Passive-Cluster mit mehreren RHEV-M möglich. Und ohne RHEV-M laufen zwar die VMs weiter, aber mehr ist nicht zu wollen!

19. Juli 2014: Nachdem ich heute Abend beim Sicherheitsupdate von phpMyAdmin einmal mehr festgestellt habe, dass ich schon seit längerem endlich die PHP-Erweiterung von mcrypt von meinem System verbannt sehen möchte, habe ich das diesmal wirklich in die Tat umgesetzt: Letztendlich werden statt mcrypt_encrypt() und mcrypt_decrypt() die Funktionen openssl_encrypt() und openssl_decrypt() verwendet. Jedoch lassen sich die Funktionen nicht 1:1 austauschen sondern es sind weitere Anpassungen notwendig. Als Ergebnis ist daraus ein Patch für phpMyAdmin entstanden, der die Unterstützung für die PHP-Erweiterung OpenSSL optional hinzufügt. Diesen Patch habe ich dann bei den Entwicklern von phpMyAdmin eingereicht. Und da neben phpMyAdmin auch Roundcubemail auf mcrypt setzt habe ich einen weiteren Patch entwickelt und bei den Roundcube-Entwicklern eingereicht. Meine Abneigung gegenüber mcrypt mag nicht nachvollziehbar sein, doch sehe ich keinen Grund für eine weitere Verschlüsselungsbibliothek auf meinem System. Bleibt nur zu hoffen, dass die Entwickler meine Patches akzeptieren und in zukünftige Releases aufnehmen...

16. Juli 2014: Die Unterschiede und Inkompatibilitäten zwischen RFC 2047 und RFC 2231 sind leider heutzutage noch immer ein Problem in der E-Mail-Welt: RFC 2047 führt zu einer Kopfzeile wie Content-Type: application/pdf; name=test.pdf während RFC 2231 zu Content-Type: application/pdf; name*=iso-8859-1''%74%65%73%74%2E%70%64%66 führt. An und für sich könnte man in einem E-Mail-Client beides unterstützen, doch erwartet das noch immer verwendete Microsoft Exchange 2003 ausschließlich die Headerzeilen gemäß RFC 2047 während mit Microsoft Exchange 2007 versendete E-Mails die "neueren" Kopfzeilen nach RFC 2231 erzeugt - das führt beim Exchange 2003 unweigerlich zu E-Mail-Anhängen, die *.dat heißen. Zarafa versucht schlau zu sein und verwendet Content-Type: application/pdf; name=test.pdf;name*=iso-8859-1''%74%65%73%74%2E%70%64%66 (mittels der C-Präprozessor-Definition VMIME_ALWAYS_GENERATE_7BIT_PARAMETER in libvmime) als Headerzeile, doch das ist leider nicht RFC-konform und verursacht zudem völlig kaputte Dateinamen beim MDaemon Messaging Server. Ohje!

10. Juli 2014: Theoretisch unterstützt Zarafa 7.1.10 die MySQL-Alternative MariaDB - glaubt man dem offiziellen Ticket ZCP-11934, das erfolgreich geschlossen wurde. In der Praxis sieht die Welt leider bei weitem nicht so rosig aus, denn das Maillog wird bereits beim ersten Loginversuch am Zarafa WebAccess mit folgendem zugemüllt: SQL [00000002] result failed: BIGINT UNSIGNED value is out of range in '(`zarafa`.`properties`.`tag` - 0x8501)' - und das mit den neusten Versionen, Zarafa 7.1.10 und MariaDB 5.5.38. Da frage ich mich schon was die Leute bei Zarafa in der Entwicklung und QA genau gemacht und getestet haben. Einen eigenen Workaround habe ich nun kurzerhand in die RPM-Pakete für Fedora und EPEL gepackt. Etwas anderes das ich nicht verstehe ist, dass ein Patch meinerseits aus 2012 zuerst in Zarafa aufgenommen worden ist um dann mit aktuellen Zarafa-Releases wieder halb entfernt zu werden. Aktuell kann damit Zarafa 7.1.10 nicht ohne Zarafa-Search gebaut werden, was aber dann sein muss wenn die Bibliotheken CLucene und/oder Kyotocabinet aus irgendeinem Grund nicht zur Verfügung stehen.

9. Juli 2014: Zufall oder Schicksal? Vorgestern zieht CentOS auf "7" und gestern die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien gegen Brasilien beim Halbfinale. Allerdings ist CentOS bei "7.0" und die DFB-Mannschaft bei "7.1" - korrekterweise bei "7:1". Technisch betrachtet müsste somit eine Binärkompatibilität gegeben sein. Und jetzt Schluss mit dem Unsinn, Software und Fußball sollte man besser nicht vermischen! Schade ist irgendwie, dass ausgerechnet wir den Gastgeber Brasilien mit 7:1 (ohne Verlängerung und ohne Elfmeterschießen) aus dem Tunier befördert haben - obwohl ich mich natürlich für Deutschland über das Ergebnis freue. Manuel Neuer ist insgesamt betrachtet wohl der beste deutsche Abwehrspieler...gelegentlich ist er als Torwart sogar dem Tor näher als der Mittellinie. Insgesamt ein sehr schönes Ergebnis und Deutschland steht endlich mal wieder im Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft. Bleibt nur noch abzuwarten wer morgen das zweite Halbfinale gewinnt und damit am Sonntag gegen uns spielt...

8. Juli 2014: Unmittelbar nach der Veröffentlichung von CentOS 7 habe ich geprüft welche meiner Pakete in Fedora EPEL noch nicht für Red Hat Enterprise Linux 7 gebaut sind - das größte Sorgenkind war Zarafa. Dort konnte ursprünglich die von Zarafa benötigte Bibliothek libvmime nicht gebaut werden, da eine Abhängigkeit gefehlt hat. Inzwischen wurde dies allerdings nachgeholt und so war die Kette der fehlenden Pakete relativ kurz und schmerzlos: libvmime, zarafa, pam_mapi. Selbstverständlich habe ich das anschließend auf der Zarafa-Mailingliste noch angekündigt, da es (abgesehen von meinen RPM-Paketen) bislang noch keine anderen Pakete für Red Hat Enterprise Linux 7 gibt - nicht einmal von Zarafa selbst! Damit bleibe ich als Fedora-Mitwirkender der Foundation "First" weiterhin nahe. Verschiedene Korrekturen und Anpassungen in Zarafa existieren schließlich nur weil ich den Quellcode bereits vorher auf Fedora kompiliert und diverse Probleme gemeldet bzw. korrigiert habe. Gleichzeitig habe ich seit der Veröffentlichung von RHEL 6 dem Zarafa-Produktmanager so manches Ohr hinsichtlich "RHEL 7 kommt in einigen Jahren und dann muss das gehen" abgekaut!

7. Juli 2014: Heute Abend ist CentOS 7, der freie Nachbau von Red Hat Enterprise Linux 7, veröffentlicht worden. Dafür haben die CentOS-Entwickler knapp einen Monat benötigt - RHEL 7 wurde am 10. Juni veröffentlicht. In der Theorie hört es sich einfach an: CentOS wird einfach aus den Source RPM-Paketen von RHEL gebaut. In der Praxis ist es aufwendiger: Pakete müssen umbenannt, Logos ausgetauscht werden und der richtige Produktname soll am Ende auch überall stehen. Bei CentOS 7 dürfte zudem eine größere Hürde gewesen sein, dass bei der Intel-Architektur nur noch 64 Bit (x86_64) unterstützt werden, d.h. für die 32 Bit-Kompatibilitätspakete (i686) mussten trotzdem große Teile des Paketbaums zusätzlich in 32 Bit gebaut werden - doppelte Arbeit. Die eigentliche Ankündigung von CentOS 7 war im IRC-Netzwerk Freenode im Channel #centos-devel um 20:23 Uhr von Karanbir Singh mit den Worten "anybody want to know a secret ... you should be able to get CentOS-7 just about everywhere .. should have an announcement really soon :D". Etwas mehr als 7 Minuten später ging die offizielle Ankündigung dann über die CentOS-Mailingliste. Und Freshcode ist auch aktuell!

2. Juli 2014: Gestern Abend habe ich pam_mapi 0.2.0 veröffentlicht - zum ersten Mal mit einem größeren Versionssprung: Sowohl das Veröffentlichungsdatum als auch die runde Version sind in Gedenken an ihn, da er meine Entwicklung und die initiale Veröffentlichung noch miterlebt hat. Inhaltlich kommt mit der neuen Version die Unterstützung von den Zarafa-Features hinzu, die bei Zarafa seit Version 7.0 existieren und das Deaktivieren bzw. Aktivieren von einzelnen Funktionalitäten wie POP3 oder IMAP pro Benutzer ermöglichen. Durch eine neue Konfigurationsoption in pam_mapi kann dieses Verhalten nun auch z.B. auf die SMTP-Authentifikation übertragen werden. Denn bislang hat das PAM-Modul einfach bei jeder erfolgreichen MAPI-Authentifikation ebenfalls Erfolg zurückgemeldet - unabhängig von den aktivieren bzw. deaktivierten Zarafa-Features. Selbstverständlich können mehrere Funktionalitäten Pipe-separiert angegeben werden; jedoch reicht es aus wenn nur eine in Zarafa aktiviert ist. Die neue Version steht zum Download bereit, aktualisierte RPM-Pakete für Fedora und RHEL sind gebaut. Und nach dem Ende von Freecode findet sich ein Eintrag auf Freshcode.

1. Juli 2014: Heute hätte er einen runden Geburtstag gefeiert - wenn er noch leben würde. Doch stattdessen habe ich heute sein Grab auf dem Friedhof besucht. Hübsch ist bei einem Grab zwar immer so eine Sache für sich, allerdings habe ich festgestellt, dass es nun wirklich Zeit für seinen Grabstein wird. Beauftragt ist dieser schon seit längerer Zeit, jedoch wartet der Steinmetz nach eigener Aussage noch immer auf die Lieferung des Steins. Damit sein Grab die verbleibende Zeit bis zur sowieso bereits geplanten Umgestaltung und Dauerbepflanzung nach dem Aufstellen des Grabsteins wieder etwas farbenfroher aussieht, habe ich heute morgen noch ein paar Blumen gekauft und platziert. Viel anderes bleibt zur Zeit nicht...

29. Juni 2014: Nachdem die Dice Holdings, der Betreiber von Freecode (bekannt geworden unter dem Namen "Freshmeat"), ohne jegliche Vorankündigung das Projekt bzw. die Webseite am 18. Juni 2014 eingestellt hat, sind verschiedene Leute auf der Suche nach einem Ersatz. Im Weblog von Eric S. Raymond, einem Urgestein der Open-Source-Welt, findet sich auch der Beitrag "Replacing freecode: a proposal" der sich genau damit beschäftigt. Freecode war ein Portal bzw. Verzeichnis mit freier Software - maßgeblich im Linux-/Unix-Bereich. In den Kommentaren des Blogs finden sich zwar interessante Diskussionen, jedoch sind diese hauptsächlich zum technischen Framework. Ich persönlich finde weder Ruby on Rails noch Grails bei der Entwicklung attraktiv und habe mich dafür um so mehr über die spontane Entwicklung und Veröffentlichung von Freshcode gefreut - zu meiner Begeisterung sogar in PHP geschrieben. Der noch sehr junge Dienst enthält leider bislang recht wenig Daten und ist natürlich noch nicht fertig entwickelt, kommt aber optisch und von den grundlegensten Funktionalitäten Freecode schon sehr nahe. Ich drücke jedenfalls die Daumen für Freshcode!

17. Juni 2014: Trotz der gestrigen Herausforderungen haben wir unsere Unterkunft in Tornio, das E-City B&B, kurz vor 21 Uhr planmäßig erreicht. Nach dem Abendessen haben wir uns die Kirche von Tornio und das Rathaus angesehen - beides Holzbauten. Heute morgen sind wir sehr zeitig aufgebrochen um die letzten 650 km in Angriff zu nehmen: Von Tornio ging es durch Schweden über die E4, Riksväg 94 und 95, E45 und die E6 zurück bis nach Bodø in Norwegen. Dort haben wir - nur 800 m vom Flughafen entfernt - unsere Koffer bei einer über Airbnb organisierten privaten Übernachtungsmöglichkeit ausgeladen, den Mietwagen vollgetankt und zurückgegeben; ist nun 4060 km alt. Anschließend haben wir unsere Bordkarten für den Rückflug abgeholt, sind zurückgelaufen und haben zu Abend gegessen. Frühstück in Tornio in Finnland, Mittagessen in Arvidsjaur in Schweden, Abendessen in Bodø in Norwegen. Die größte logistische Herausforderung war jedoch das Packen unseres Koffers - hat aber geklappt. Nachdem ich die geöffneten Stockfisch-Chips im Koffer habe, dürfte mein Koffer sicherlich nicht verloren gehen. Ansonsten kann man bei der Suche einfach immer dem Stockfisch-Geruch hinterher...

16. Juni 2014: Direkt nach dem Frühstück haben wir in Kirkenes das Kriegsmütterdenkmal auf dem Marktplatz besichtigt und danach das Denkmal der Befreiung nach dem Zweiten Weltkrieg ("Russendenkmal"). Und auch hier gab es zwei Entfernungsschilder die mit Pfeilen die Entfernung zu größeren bzw. wichtigen Städten anzeigen - jedoch weniger spektakulär. Eines davon steht (als Nachbildung des früheren) direkt vor der Andersgrotta, einem Museum in einem alten Luftschutzraum. Bei der Führung haben wir u.a. erfahren, dass es sich um den einzigen Luftschutzbunker in Kirkenes handelt, der während des Krieges von einem Einwohner in Eigenregie gebaut wurde und die damalige gesamte Zivilbevölkerung der Stadt für maximal 20-30 Minuten (kein Belüftungssystem) beschützen konnte. Nachdem unser Navi schon vor Tromsø den Geist aufgegeben hatte, haben wir mit dem Handy und Google Maps navigiert - doch unsere heutigen 650 km erstreckten sich größtenteils über Finnland. Aber glücklicherweise wurde beim Berechnen der Route genügend Kartenmaterial zwischengespeichert. Kurz nach der finnischen Grenze wurden wir noch von 0 °C und heftigem Schneefall überrascht - bei Sommerreifen auf dem Mietwagen!

15. Juni 2014: Relativ zeitig sind wir heute morgen von Vadsø nach Hamningberg aufgebrochen; die 110 km (einfache Strecke) waren es jedoch wert: Eine eindrucksvolle Landschaft, die sich nach Vardø bis hin zu dem verlassenden Fischerdorf erstreckt. Das sehr unscheinbar wirkende Restaurant Trattoria Capri am Kreisverkehr E6/E75 hat uns zu einem köstlichen Mittagessen gebracht: Rentier alla napoletana. Gestärkt sind wir nach Kirkenes, eine Stadt 10 km von der russischen Grenze entfernt, zu unserer Unterkunft, dem Barents Frokosthotell, weitergefahren. Nach dem Check-in haben wir dem Grenzübergang einen Besuch abgestattet - aufgrund des fehlenden Visums blieb es bei etwa 200 m Entfernung. Von dort aus ging es für uns weiter zur verlassenen Ortschaft Grense Jakobselv wo wir die König-Oskar-II.-Kapelle (natürlich nur von außen) besichtigt haben. Auf dem Weg dorthin haben wir eine pikante Stelle erreicht: Die Grenze zwischen Norwegen und Russland - diese verläuft in der Mitte des Flusses, ist an beiden Ufern mit Grenzpfählen markiert und angeblich mit Kamera überwacht; laut GPS waren wir 10 m von der russischen Grenze entfernt! Steinchen haben wir sicherheitshalber keine nach Russland geworfen...

14. Juni 2014: Gestern haben wir am Nordkap natürlich noch ein paar überteuerte Souvenirs gekauft und diverse Postkarten versendet; ich bin ehrlich gesagt gespannt wie lange die Postkarten aus dem hohen Norden bis zu den Empfängern benötigen. Verhältnismäßig früh haben wir heute morgen unsere Koffer in Skarsvåg gepackt und sind 460 km weiter nach Vadsø gefahren wo sich unsere nächste Unterkunft, das Vadsø Fjordhotell, befindet. Nach dem Check-in sind wir ins 75 km entfernte Vardø, die älteste und östlichste Siedlung Norwegens, gefahren. Dort haben wir uns die Vardøhusfestung, eine achteckige Festung aus dem 14. Jahrhundert, angeschaut - übrigens die nördlichste Festung der Welt. Das nahegelegene und beindruckend gestaltete Hexenmuseum haben wir trotz Wind und Wetter besucht - genau wie die beiden Kirchen, allerdings waren diese natürlich verschlossen. Unser Augenmerk hat sich zuletzt auf das Globus-II-Radar gerichtet; die weiße Kugel über der Stadt ist unübersehbar. Betrieben wird das Globus-II-Radar vom Norwegian Intelligence Service (NIS) - offiziell zur Verfolgung von Weltraummüll. Wo wohl die uns entgegengekommenen gepanzerten LKWs mit deutschem Kennzeichen in Vardø nur hin wollten?

13. Juni 2014: Nach dem "Spätstücken" (Frühstück am Mittag) sind wir zur Artico Ice Bar in Honningsvåg, einer Bar vollständig aus Eis, gefahren. Diese ist in einem Kühlraum mit -5 °C aufgebaut und sieht aus wie eine normale Bar - nur eben, dass alles aus Eis ist - sogar die Gläser. Die örtliche Kirche haben wir im Anschluss besichtigt; natürlich nur von außen, da fast alle Kirchen in Norwegen abgeschlossen sind?! Danach ging es wieder ans Nordkap um den Panoramafilm und verschiedene geschichtliche Ausstellungen anzuschauen. Die auf der Webseite beworbene Grotten Bar ist jedoch laut einem Mitarbeiter seit einiger Zeit und weiterhin für unbestimmte Zeit geschlossen. Das ebenfalls beworbene Restaurant Kompasset hat zwar 250 Sitzplätze, jedoch bedienen die Kellner nur eine kleine Teilmenge der Tische - und meine Reservierungsanfrage im Vorfeld per E-Mail wurde leider auch nie beantwortet. Ich finde es sehr schade und traurig, dass die Rica Hotels als Betreiber der Nordkaphalle so ein fragwürdiges bis unseriöses Verhalten an den Tag legen. Unabhängig davon sind wir Mitglied im königlichen Nordkap-Club (Royal North Cape Club) geworden.

12. Juni 2014: Am frühen Morgen ging es für uns weiter nach Hammerfest, die vermeintlich nördlichste Stadt der Welt. In Wirklichkeit ist Hammerfest (gemäß einer Vereinbarung) allerdings maximal die nördlichste Stadt Europas. Dort haben wir uns die evangelische und die katholische Kirche angeschaut. Letztere ist St. Michaelis und ist die nördlichste katholische Kirche der Welt. Erstaunlicherweise waren beide Kirchen geöffnet und der Eintritt war kostenlos. Im Hafen sind wir Mitglieder des Eisbärclubs (Royal and Ancient Polar Bear Society) geworden; natürlich haben wir uns auch die zugehörigen Ausstellungen angeschaut. Den Meridianstein auf der Halbinsel Fuglenes haben wir ebenfalls besichtigt und anschließend vom Aussichtspunkt Salen einen Blick auf die gesamte Stadt geworfen. Nach etwa 200 km Fahrt haben wir in Skarsvåg unsere Unterkunft, das Kirkeporten Camping, erreicht und unsere Hütte bezogen. Und dann, 25 km weiter, knapp 300 m höher und 10 °C kälter haben es erreicht: Das Nordkap - das Ende der E69. Denn vom nördlichsten Punkt Europas kann man leider nicht sprechen; trotzdem haben wir eindrucksvolle Fotos rund um die Plastik der Weltkugel knipsen können!

11. Juni 2014: Ein paar Zahlen noch zum gestrigen Tag: 10 Euro für das Parken am Polaria und immerhin 1,50 Euro für das Parken am Polarmuseet - nicht zu vergessen die weiteren etwa 40 Euro am Abend für die 17 Stunden bis zur Abreise. Das Abendessen hat übrigens knapp 120 Euro für zwei Personen gekostet. Aber bevor wir heute unseren Fahrtag begonnen haben, haben wir noch den Dom zu Tromsø angeschaut und anschließend getankt: 2 Euro pro Liter Super bleifrei. Und dann sind wir die E8 und später die E6 entlanggefahren, vorbei an Alta bis zur Siedlung Skaidi (in der Kommune Kvalsund) - insgesamt 540 km. Unterwegs haben wir natürlich viel Landschaft gesehen; Berge, Eis und sogar noch zugefrorene Seen. Um 19:30 Uhr haben wir Skaidi erreicht und damit auch unsere Unterkunft, das Skaidi Hotel. Und wir waren immerhin noch zeitig genug für das Abendessen im Restaurant da; dieses wurde als Buffet serviert: Salat, Gemüse, Reis, Kartoffeln, Lachs und Bœuf Stroganoff - wobei letzteres von der Angestellten falsch übersetzt gewesen sein dürfte und stattdessen vermutlich normales Gulasch gemeint war. Das beste: Unser Zimmer hat einen Balkon!

10. Juni 2014: Heute morgen sind wir innerhalb von Tromsø zum Polaria gefahren, einem erlebnisorientierten Museum, das Wissen über die Polargebiete und die Barentsregion vermittelt. Zudem haben wir in den Aquarien und Becken bekannte bzw. regionale Fischarten sowie die Bartrobben und Seehunde bestaunt. Letztere zusammen in einem Becken zu halten ist wohl weltweit einmalig, die beiden Arten treffen sich normalerweise nie. Nachmittags haben wir im Tromsø Museum viel wissenswertes zur Tier- und Pflanzenwelt in Nordskandinavien und die Geschichte und Kultur der Samen (früher als "Lappen" bekannt) erfahren. Sofort im Anschluss haben wir das Polarmuseet besucht und uns über berühmte Polar-Expeditionen informiert und Kuriositäten aus der Polarwelt angeschaut. Die Eismeerkathedrale, ein Wahrzeichen der Stadt, war bisher die erste geöffnete Kirche - allerdings wollte man 7 Euro Eintritt pro Person. Das Abendessen im Restaurant Aunegården hat dafür heute geklappt: Stockfisch mit knusprigem Speck, Tomatensalat und Kartoffelpüree bzw. Rinderfilet mit Königskrabbe mit buntem Gemüse und Kartoffelpüree. Zum Nachtisch gab es Cloudberry (auch: Moltebeeren) mit Pudding und Mandelblättchen.